Requalifikationsprüfung – IATF 16949 Zertifizierung
Was ist eine Requalifikationsprüfung nach IATF 16949?
Die Requalifikationsprüfung nach IATF 16949 ist eine regelmäßige Prüfung, mit der nachgewiesen wird, dass ein Produkt auch während der laufenden Serienproduktion weiterhin alle festgelegten Anforderungen erfüllt.
Ziel ist es, die dauerhafte Produktkonformität sicherzustellen und Abweichungen frühzeitig zu erkennen. Je nach Produkt, Kundenanforderung und Prüfplanung können dabei Maßprüfungen, Funktionsprüfungen, Materialprüfungen, Leistungsprüfungen oder Lebensdauertests erforderlich sein.
Einfach erklärt
Die Requalifikationsprüfung zeigt, ob ein bereits freigegebenes Produkt nach längerer Serienproduktion noch den ursprünglichen Anforderungen entspricht.
Warum ist die Requalifikationsprüfung wichtig?
Im Automotive-Bereich reicht es nicht aus, ein Produkt nur einmal beim Serienstart freizugeben. Kunden und Normanforderungen erwarten, dass Produktqualität dauerhaft über die gesamte Lieferzeit abgesichert wird.
Die Requalifikationsprüfung unterstützt Unternehmen dabei, Veränderungen im Produkt, im Prozess oder bei Materialien frühzeitig zu erkennen. Dadurch können Risiken reduziert, Reklamationen vermieden und Nachweise für Kunden oder Audits nachvollziehbar bereitgestellt werden.
| Bereich | Bedeutung für die Requalifikationsprüfung |
|---|---|
| IATF 16949 | Fordert eine strukturierte Planung und Durchführung relevanter Requalifikationsprüfungen. |
| Kundenanforderungen | Kundenspezifische Anforderungen können Umfang, Häufigkeit und Prüfmethoden beeinflussen. |
| Produktkonformität | Die Prüfung bestätigt, dass das Produkt weiterhin den freigegebenen Anforderungen entspricht. |
| Serienproduktion | Regelmäßige Prüfungen helfen, Veränderungen im Prozess oder Produkt frühzeitig zu erkennen. |
Welche Prüfungen gehören zur Requalifikationsprüfung?
Der genaue Prüfumfang hängt vom Produkt, vom Herstellprozess, vom Produktionslenkungsplan und von den kundenspezifischen Anforderungen ab. Häufig wird zwischen vollumfänglicher Maßprüfung und Funktionsprüfung unterschieden.
Zusätzlich können Materialprüfungen, Leistungsprüfungen oder Lebensdauertests notwendig sein. Entscheidend ist, dass die Prüfungen klar definiert, dokumentiert und regelmäßig bewertet werden.
| Prüfart | Was wird geprüft? | Typische Beispiele |
|---|---|---|
| Maßprüfung | Überprüfung relevanter Produktmaße und Zeichnungsmerkmale. | Maßbericht, Zeichnungsprüfung, besondere Merkmale |
| Funktionsprüfung | Prüfung, ob das Produkt seine vorgesehene Funktion weiterhin erfüllt. | Funktionsnachweis, Belastungstest, Leistungsprüfung |
| Materialprüfung | Bewertung von Materialeigenschaften und Materialkonformität. | Zugtest, Härteprüfung, Werkstoffnachweis |
| Lebensdauertest | Bewertung der Haltbarkeit oder Belastbarkeit über einen definierten Zeitraum. | Dauerlauf, Alterungstest, Belastungsprüfung |
Requalifikationsprüfung im Produktionslenkungsplan
Die Requalifikationsprüfung sollte im Produktionslenkungsplan, häufig auch PLP oder Control Plan genannt, eindeutig definiert werden. Dort sollten Umfang, Häufigkeit, Prüfmethoden, Verantwortlichkeiten und Nachweise beschrieben sein.
Besonders wichtig ist die Berücksichtigung kundenspezifischer Anforderungen, also CSR. Einige Automobilkunden definieren bereits während der APQP-Phase konkrete Anforderungen an Requalifikationsprüfungen und stimmen diese mit ihren Lieferanten ab.
Wichtig für die Praxis
Häufigkeit und Umfang der Requalifikationsprüfung sollten nicht zufällig gewählt werden. Sie sollten aus Kundenanforderungen, Produktmerkmalen, Risiken, Herstellbarkeitsbewertung und Produktionslenkungsplan abgeleitet werden.
Produktaudit und Requalifikationsprüfung
In der Praxis wird häufig diskutiert, ob ein Produktaudit die Requalifikationsprüfung ersetzen kann. Ein Produktaudit nach VDA 6.5 kann einen umfangreicheren Prüfumfang haben als eine klassische Requalifikationsprüfung.
Trotzdem sollte klar definiert werden, ob das Produktaudit als Ersatz, Ergänzung oder separate Prüfung genutzt wird. Das Produktaudit allein ist nicht automatisch eine ausreichende Grundlage für die Requalifikationsprüfung. Entscheidend ist, dass die Anforderungen im Produktionslenkungsplan eindeutig beschrieben werden.
| Thema | Requalifikationsprüfung | Produktaudit |
|---|---|---|
| Ziel | Bestätigung der dauerhaften Produktkonformität. | Bewertung des Produkts aus Kundensicht und nach definierten Auditkriterien. |
| Fokus | Maß-, Funktions-, Material- und Leistungsnachweise. | Produktmerkmale, Dokumentation, Kennzeichnung und Erfüllung definierter Anforderungen. |
| Planung | Im Produktionslenkungsplan oder in kundenspezifischen Vorgaben definiert. | Im Auditprogramm oder Auditplan geregelt. |
| Nutzung | Regelmäßiger Nachweis gegenüber Kunde, Audit oder internem Qualitätsmanagement. | Kann ergänzend oder bei klarer Definition als Teil der Requalifikationsprüfung genutzt werden. |
Ablauf einer Requalifikationsprüfung
Ein strukturierter Ablauf hilft dabei, die Requalifikationsprüfung nachvollziehbar und auditfest durchzuführen. Wichtig ist, dass Prüfungen nicht nur geplant und durchgeführt, sondern auch bewertet und dokumentiert werden.
| Schritt | Beschreibung |
|---|---|
| 1. Anforderungen prüfen | Kundenanforderungen, Zeichnungen, Spezifikationen, PLP und CSR werden bewertet. |
| 2. Prüfumfang festlegen | Maßprüfung, Funktionsprüfung, Materialprüfung oder weitere Nachweise werden definiert. |
| 3. Häufigkeit bestimmen | Prüfintervalle werden anhand von Kundenanforderungen, Risiken und Prozessstabilität festgelegt. |
| 4. Prüfung durchführen | Die definierten Prüfungen werden geplant, durchgeführt und dokumentiert. |
| 5. Ergebnisse bewerten | Abweichungen werden analysiert, Maßnahmen definiert und Nachweise archiviert. |
Verbindung zu APQP, PPAP, FMEA und MSA
Die Requalifikationsprüfung steht häufig im Zusammenhang mit weiteren Automotive-Methoden. Während APQP die Qualitätsvorausplanung unterstützt, dient PPAP der formalen Produkt- und Prozessfreigabe.
Methoden wie FMEA und MSA helfen zusätzlich dabei, Risiken und Messsysteme zu bewerten. Dadurch wird die Requalifikationsprüfung besser planbar und nachvollziehbarer dokumentiert.
Unterstützung bei Requalifikationsprüfung und IATF 16949
NERNIS unterstützt Unternehmen bei der Definition, Planung und Umsetzung von Requalifikationsprüfungen nach IATF 16949. Dazu gehören die Bewertung kundenspezifischer Anforderungen, die Integration in den Produktionslenkungsplan und die Vorbereitung auditfester Nachweise.
Beratung unverbindlich anfragenHäufige Fragen zur Requalifikationsprüfung
Was ist eine Requalifikationsprüfung?
Eine Requalifikationsprüfung ist eine regelmäßige Prüfung, mit der bestätigt wird, dass ein Produkt weiterhin die festgelegten Anforderungen erfüllt.
Warum ist die Requalifikationsprüfung nach IATF 16949 wichtig?
Sie hilft dabei, die dauerhafte Produktkonformität sicherzustellen und Anforderungen von Kunden, Normen und Audits nachvollziehbar zu erfüllen.
Welche Prüfungen gehören dazu?
Typische Prüfungen sind Maßprüfung, Funktionsprüfung, Materialprüfung, Leistungsprüfung und Lebensdauertests. Der genaue Umfang hängt vom Produkt und den Kundenanforderungen ab.
Wo wird die Requalifikationsprüfung definiert?
Die Requalifikationsprüfung sollte im Produktionslenkungsplan, in Kundenvorgaben oder in ergänzenden Qualitätsdokumenten eindeutig definiert werden.
Kann ein Produktaudit die Requalifikationsprüfung ersetzen?
Ein Produktaudit kann die Requalifikationsprüfung ergänzen oder bei klarer Definition teilweise ersetzen. Entscheidend ist, dass Umfang, Häufigkeit und Nachweise eindeutig festgelegt sind.


